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Feld 3 · Alte Heilpflanzen
Guter Heinrich
Blitum bonus-henricus · Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Der Gute Heinrich ist das alte Dorfgemüse schlechthin: ein ausdauernder wilder Spinat, der früher an jedem Misthaufen und jeder Hofmauer stand. Was Generationen ernährt hat, ist heute selten geworden – im Kräutergarten hat er heute wieder einen Platz.
Erkennen
- Blatt: Dreieckig-spießförmig, dunkelgrün, ganzrandig bis leicht gewellt, jung mehlig überzogen.
- Blüte: Winzig, grünlich, ohne Schauwert, in dichten endständigen Ähren von Mai bis August.
- Wuchs: Kompakter Horst aus vielen Grundblättern, der aus der tiefen Pfahlwurzel jedes Jahr wiederkommt.
- Standorttreue: Ein alter Kulturfolger: Er liebt nährstoffreiche Plätze, an denen Menschen und Tiere wirtschaften.
Verwechslung: Ähnelt anderen Gänsefuß-Arten wie dem Weißen Gänsefuß, der einjährig ist und stärker bemehlte, gezähnte Blätter hat. Alle sind ungiftig bis mäßig oxalsäurehaltig – gefährliche Doppelgänger gibt es nicht.
Steckbrief
- Lebensform
- Ausdauernde Staude
- Höhe
- 20 bis 60 cm
- Blütezeit
- Mai bis August
- Familie
- Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Verwendung
In der Küche
- Junge Blätter wie Spinat gedünstet – das klassische Bauerngemüse
- Junge Triebe im Frühjahr geschält und wie Spargel gegart („Armenspargel“)
- Blütenknospen kurz gedünstet wie Brokkoli-Röschen
- Wie bei Spinat: gegart genießen, nicht roh in großen Mengen
Heilkunde Nur eingeschränkt
Traditionelle Anwendung: Altes Nahrungs- und Volksheilmittel: Blattauflagen auf unreine Haut, das Gemüse als kräftigende Frühjahrskost.
Was die Forschung sagt: Keine anerkannten Monographien. Die Bedeutung liegt heute beim Gemüsewert, nicht bei einer belegten Heilwirkung.
Vorsicht: Wegen Oxalsäure und Saponinen nicht roh in großen Mengen. Bei Neigung zu Nierensteinen zurückhaltend verwenden.
Teil, Sammelzeit und Zubereitungen
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Die unscheinbaren Blüten bieten wenig; als Raupenfutter für einige Eulenfalter-Arten hat das Laub seinen stillen Wert.
Duft
Geruchlos; das Laub schmeckt mild spinatartig mit erdiger Note.
Rezepte mit Guter Heinrich
Pflege
Standort
- Sonnig bis halbschattig
- Ein warmer, nährstoffreicher Platz wie an alten Hofmauern
- Einmal etabliert, sehr standorttreu
Boden
- Nährstoffreich, gern stickstoffbetont
- Tiefgründig für die Pfahlwurzel
- Frisch, nicht staunass
Wasser
- Gleichmäßig feucht halten, dann bleiben die Blätter zart
- Bei Trockenheit wird das Laub derb und bitter
Düngung
- Verträgt und dankt Kompostgaben wie kaum eine andere Staude
- Im Frühjahr und Sommer je eine Gabe
Winter
- Voll winterhart
- Zieht oberirdisch ein und treibt zeitig im Frühjahr wieder
- Kein Schutz nötig
Rückschnitt
- Laufende Blatternte ersetzt den Schnitt
- Blütenstände abschneiden, wenn keine Selbstaussaat gewünscht ist
- Im Herbst bodennah abräumen
- Die Pflanze kommt zuverlässig aus der Wurzel wieder
Im Jahreslauf
- Austrieb
- März und April
- Blüte
- Mai bis August
- Ernte
- April bis September
- Rückschnitt
- Oktober
- Gießen
- Juni bis August
Gut zu wissen
- Der Name ehrt vermutlich „Heinrich“ als alten Hausgeist- und Königsnamen – der „gute“ unterscheidet ihn vom „Bösen Heinrich“, dem giftigen Aronstab
- Stand früher als „ewiger Spinat“ in fast jedem Bauerngarten
- In mehreren Bundesländern steht er heute auf der Vorwarn- oder Roten Liste
Im Garten in Wiesenfeld
Guter Heinrich wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
