
Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter
Ziest
Betonica officinalis (Stachys officinalis) · Lippenblütler (Lamiaceae)
Der Heil-Ziest, auch Echte Betonie genannt, war im Mittelalter eine der wichtigsten Heilpflanzen überhaupt. Heute steht er vor allem als Bienenweide und als schöne Wiesenstaude im Garten. Aus einer bodenständigen Blattrosette steigen schlanke Stängel mit dichten Blütenähren auf.
Erkennen
- Blatt: Länglich-herzförmig, am Grund gestutzt, Rand grob gekerbt. Die Oberfläche wirkt runzelig und ist weich behaart. Die meisten Blätter sitzen in der Grundrosette.
- Blüte: Purpurrosa bis violett, selten weiß, in einer dichten endständigen Scheinähre. Zweilippig, mit vorstehender Oberlippe. Reich an Nektar.
- Wuchs: Aufrechte, straffe Stängel aus einer flachen Rosette. Horstig, gut standfest, ohne Ausläufer.
- Duft: Die Blätter riechen beim Zerreiben nur schwach und eher krautig. Der Heil-Ziest gehört nicht zu den stark aromatischen Lippenblütlern.
Verwechslung: Ähnelt anderen Ziest-Arten wie dem Wald-Ziest, der aber unangenehm riecht und stärker beblätterte Stängel hat. Auch mit Wiesensalbei verwechselbar; dieser hat größere, deutlich zweilippige blauviolette Blüten.
Steckbrief
- Lebensform
- ausdauernde Staude
- Höhe
- 30 bis 80 cm
- Blütezeit
- Juni bis September
- Familie
- Lippenblütler (Lamiaceae)
Verwendung
Als Tee
- Getrocknetes Kraut wurde traditionell als Teeaufguss genutzt
- Der Geschmack ist herb und leicht bitter
Heilkunde Nur eingeschränkt
Traditionelle Anwendung: Traditionell als Tee bei Kopfschmerzen und Erkältungsbeschwerden verwendet.
Was die Forschung sagt: Keine anerkannte Monographie, keine belastbaren Wirksamkeitsbelege.
Vorsicht: Größere Mengen können Übelkeit auslösen. In Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwenden.
Teil, Sammelzeit und Zubereitungen
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Sehr nektarreich, wird von Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen stark angeflogen.
Duft
Nur schwach krautig, kein prägender Duft.
Pflege
Standort
- Sonnig bis licht halbschattig
- Verträgt Wiesengesellschaft und lockeren Gehölzrand
- Mag warme, offene Lagen
Boden
- Durchlässig, eher basenreich
- Mäßig nährstoffreich, nicht überdüngt
- Auch magere Böden werden angenommen
Wasser
- Gleichmäßig frisch, kurze Trockenheit wird vertragen
- In langen Hitzeperioden durchdringend wässern
- Staunässe vermeiden
Düngung
- Kaum nötig
- Eine dünne Kompostgabe im Frühjahr reicht
- Zu viel Stickstoff macht die Stängel weich
Winter
- Vollständig winterhart
- Kein Schutz erforderlich
- Laub im Herbst liegen lassen schützt die Rosette
Rückschnitt
- Verblühte Ähren im Spätsommer entfernen, wenn keine Aussaat gewünscht ist
- Ganzen Rückschnitt erst im Spätwinter
- Einzelne Blütenstände zur Deko stehen lassen
- Ein bodennaher Schnitt nach der Blüte kann eine zweite, schwächere Blüte anregen
- Alte Horste vertragen einen kompletten Rückschnitt im Februar
Im Jahreslauf
- Austrieb
- März und April
- Blüte
- Juni bis September
- Ernte
- Juni bis August
- Rückschnitt
- Februar und September
- Gießen
- Juni bis August
Gut zu wissen
- Im Mittelalter galt sie als Schutzpflanze und wurde an Klöstern und Häusern gepflanzt
- Der lateinische Name Betonica taucht schon in antiken Kräuterbüchern auf
- In vielen Regionen Deutschlands ist der Heil-Ziest in freier Natur selten geworden
Im Garten in Wiesenfeld
Ziest wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
