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Ysop
Stimmungsbild, kein Foto aus dem Garten

Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter

Ysop

Hyssopus officinalis · Lippenblütler (Lamiaceae)

Ysop ist ein kleiner, aromatischer Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum und ein Klassiker der Klostergärten. Seine tiefblauen Blütenähren sind im Hochsommer ein Magnet für Bienen und Schmetterlinge. Er liebt Sonne, Kalk und trockenen Boden.

AnfassenJa
ErntenJa
EssenMit Einschränkung

Erkennen

  • Blatt: Schmal lanzettlich bis fast linealisch, dunkelgrün, gegenständig. Am Rand ganzrandig, mit deutlichen Öldrüsen.
  • Blüte: Tiefblau bis violett, seltener rosa oder weiß, in schlanken einseitswendigen Ähren. Sehr reich an Nektar.
  • Wuchs: Kompakter, dichter Halbstrauch. Ohne Schnitt verkahlt er von unten und fällt auseinander.
  • Duft: Kräftig würzig, herb-bitter mit kampferartiger Note. Erinnert an eine Mischung aus Minze und Thymian.

Verwechslung: Ähnelt im Wuchs Bohnenkraut und Lavendel. Lavendel hat graueres Laub und einen ganz anderen Duft, Bohnenkraut blüht weißlich und viel unscheinbarer.

Steckbrief

Lebensform
Halbstrauch
Höhe
40 bis 60 cm
Blütezeit
Juli bis September
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Wichtig: Als Gewürz und gelegentlicher Tee ist Ysop in Ordnung; das ätherische Öl kann Krampfanfälle auslösen – deshalb nichts für Schwangere, für Kinder und für Menschen mit Epilepsie, und nicht über Wochen am Stück.

Verwendung

In der Küche

  • Sehr sparsam zu Hülsenfrüchten, Eintöpfen und deftigem Fleisch
  • Passt zu Kartoffelgerichten und Wildgeflügel
  • Die Bitternote dominiert schnell, daher wenig verwenden

Als Tee

  • Blätter und Blüten für aromatische Teemischungen
  • Traditionell als Erkältungstee genutzt
  • Kräftig-herber Geschmack

Heilkunde Nur eingeschränkt

Traditionelle Anwendung: Traditionell bei Husten und Erkältungsbeschwerden sowie zur Verdauungsanregung.

Was die Forschung sagt: Keine anerkannte Monographie mit belegter Wirksamkeit.

Vorsicht: Ätherisches Ysopöl kann in höheren Dosen Krämpfe auslösen und ist nicht zur Selbstanwendung geeignet. Nicht bei Epilepsie, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht bei Kleinkindern.

Teil, Sammelzeit und Zubereitungen

Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.

Für Insekten

Ausgezeichnete Bienen- und Schmetterlingsweide, im Hochsommer stark beflogen.

Duft

Herb-würzig mit kampferartiger Note.

Pflege

Standort

  • Volle Sonne
  • Warm und luftig
  • Ideal an Wegkanten und im Steingarten

Boden

  • Durchlässig, kalkhaltig
  • Mager bis mäßig nährstoffreich
  • Schwere Böden mit Sand und Splitt verbessern

Wasser

  • Sehr trockenheitsverträglich
  • Nur in langen Dürreperioden gießen
  • Nasser Boden ist die größte Gefahr

Düngung

  • Kaum Dünger nötig
  • Etwas Kalk oder Kompost im Frühjahr
  • Zu viel Stickstoff kostet Aroma und Winterhärte

Winter

  • Gut winterhart in Mittelhessen
  • Empfindlich gegen Winternässe
  • Reisig in rauen Lagen

Rückschnitt

  • Hauptschnitt im Frühjahr, März bis April
  • Nach der Blüte leicht einkürzen
  • Ab September nicht mehr schneiden
  • Im Frühjahr um etwa die Hälfte einkürzen
  • Nicht tief ins alte, blattlose Holz schneiden
  • Vergreiste Pflanzen besser ersetzen

Im Jahreslauf

Austrieb
April
Blüte
Juli bis September
Ernte
Juni bis August
Rückschnitt
März, April und September
Gießen
Juli und August

Gut zu wissen

  • Ysop wird schon in der Bibel erwähnt, gemeint ist dort aber vermutlich eine andere Pflanze
  • Er gehört zum festen Bestand mittelalterlicher Klostergärten
  • Als niedrige Hecke eignet er sich gut zur Beeteinfassung

Im Garten in Wiesenfeld

Ysop wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.

Auf dem Lageplan zeigen

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