
Feld 3 · Alte Heilpflanzen
Rhabarber
Rheum rhabarbarum · Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Rhabarber ist eine kräftige Staude mit sehr großen Blättern und dicken Stielen. Genutzt werden ausschließlich die Blattstiele. Die Blätter enthalten viel Oxalsäure und sind ungenießbar.
Erkennen
- Blatt: Bis zu 50 cm breit, herzförmig, am Rand wellig, deutlich geadert. Wegen der Oxalsäure nicht zum Verzehr geeignet.
- Blüte: Viele kleine cremeweiße bis grünliche Blüten in einer großen, lockeren Rispe. Sie erscheinen im Mai und Juni.
- Wuchs: Breiter Horst aus einem dicken Wurzelstock. Braucht viel Platz, gut einen Quadratmeter.
- Stiel: Der Blattstiel ist das Erntegut. Fleischig, säuerlich, je nach Sorte grün, rotgrün oder tiefrot.
Verwechslung: Ähnlich sieht die Pestwurz aus, sie hat aber weiche, unterseits filzige Blätter und keine dicken, saftigen Stiele. Ziehen Sie im Zweifel die typischen rotgrünen Stiele zum Vergleich heran.
Steckbrief
- Lebensform
- ausdauernde Staude
- Höhe
- 80 bis 150 cm, Blütenstand bis 200 cm
- Blütezeit
- Mai bis Juni
- Familie
- Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Verwendung
In der Küche
- Ausschließlich die Blattstiele, geschält oder ungeschält
- Kompott, Kuchen, Sirup, Marmelade
- Ernte bis etwa zum Johannistag am 24. Juni, danach ruhen lassen
Heilkunde Nicht innerlich verwenden
Traditionelle Anwendung: Arzneilich genutzt wird nicht der Gartenrhabarber, sondern die Wurzel des Medizinalrhabarbers.
Was die Forschung sagt: Für den Gartenrhabarber liegt keine Monographie einer anerkannten Stelle vor.
Vorsicht: Blätter enthalten viel Oxalsäure und sind ungenießbar. Keine Anwendung als Heilmittel.
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Der große Blütenstand wird von Bienen und Schwebfliegen gut angeflogen, wenn man ihn stehen lässt.
Rezepte mit Rhabarber
Pflege
Standort
- Sonnig bis halbschattig
- Windgeschützt und mit reichlich Platz
- Ein Standort für viele Jahre, Rhabarber wird alt
Boden
- Tiefgründig, humusreich und nahrhaft
- Gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe
- Vor dem Pflanzen gut mit Kompost vorbereiten
Wasser
- In Trockenphasen durchdringend gießen
- Besonders von April bis Juni wichtig
- Mulchschicht hält den Boden feucht
Düngung
- Im März eine großzügige Gabe reifen Kompost
- Nach der letzten Ernte im Juni nochmals nachdüngen
- Rhabarber ist ein Starkzehrer
Winter
- Völlig winterhart, zieht im Herbst ein
- Abgestorbene Blätter im Spätherbst abräumen
- Eine Kompostdecke schützt und ernährt zugleich
Rückschnitt
- Blütenstände ausbrechen, sobald sie sich zeigen
- Welke Blätter laufend entfernen
- Im Spätherbst alles Abgestorbene abräumen
- Ein starker Schnitt ist nicht nötig
- Alle fünf bis zehn Jahre den Horst teilen und verjüngen
- Beim Teilen jedes Stück mit mindestens einer Knospe versehen
Im Jahreslauf
- Austrieb
- März und April
- Blüte
- Mai und Juni
- Ernte
- April bis Juni
- Rückschnitt
- Mai, Juni und November
- Gießen
- April bis August
Gut zu wissen
- Rhabarber kam über Russland und China nach Europa, zuerst als Arzneipflanze, erst später als Gemüse.
- Botanisch ist Rhabarber Gemüse, in der Küche wird er wie Obst behandelt.
- Ab Ende Juni nicht mehr ernten, damit die Pflanze Reserven für das nächste Jahr bildet.
Im Garten in Wiesenfeld
Rhabarber wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
