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Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter
Wiesensalbei
Salvia pratensis L. · Lippenblütler (Lamiaceae)
Der Wiesensalbei ist unser heimischer Salbei der mageren Wiesen und Wegränder. Seine blauvioletten Blütenkerzen prägen im Frühsommer artenreiche Magerrasen. Als Heilpflanze wird er nicht genutzt – dafür ist der Echte Salbei zuständig.
Erkennen
- Blatt: Grundblätter groß, länglich-eiförmig, stark runzelig, am Rand gekerbt, lang gestielt. Stängelblätter klein und sitzend.
- Blüte: Blauviolett, in Scheinquirlen an langen Kerzen. Die Oberlippe ist typisch sichelförmig gebogen und schützt die Staubblätter.
- Wuchs: Kräftige Blattrosette am Boden, darüber schlanke, aufrechte Blütenstängel. Tiefe, verholzende Pfahlwurzel.
- Duft: Nur schwach würzig – die Pflanze enthält kaum ätherische Öle.
Verwechslung: Wichtig: Der Wiesensalbei ist nicht der Küchensalbei. Der Echte Salbei (Salvia officinalis) ist ein Halbstrauch mit graugrünen, filzigen Blättern und starkem, kampferartigem Duft. Der Wiesensalbei ist krautig, grün und fast duftlos. Nur der Echte Salbei ist als Heil- und Küchenpflanze anerkannt.
Steckbrief
- Lebensform
- Ausdauernde Staude
- Höhe
- 30 bis 60 cm
- Blütezeit
- Mai – Juli
- Familie
- Lippenblütler (Lamiaceae)
Verwendung
In der Küche
- Blüten als essbare Dekoration
- Nicht als Küchengewürz geeignet – dafür ist der Echte Salbei da
Heilkunde Nicht innerlich verwenden
Traditionelle Anwendung: Volksmedizinisch nur vereinzelt genutzt.
Was die Forschung sagt: Keine anerkannte Anwendung. Arzneilich anerkannt ist ausschließlich der Echte Salbei (Salvia officinalis).
Vorsicht: Kein Ersatz für Echten Salbei. Nicht zur Selbstbehandlung.
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Hervorragende Insektenpflanze: Der Blütenbau mit dem berühmten Hebelmechanismus ist auf Hummeln zugeschnitten, die beim Anflug bestäubt werden.
Duft
Kaum wahrnehmbar.
Pflege
Standort
- Vollsonnig
- Warm
- Ideal für Magerwiese, Böschung und Trockenbeet
Boden
- Durchlässig, mager, gern kalkhaltig
- Trocken bis frisch
- Verträgt keine Staunässe
Wasser
- Sehr trockenheitsverträglich dank Pfahlwurzel
- Kein regelmäßiges Gießen nötig
Düngung
- Keine Düngung
- Nährstoffreicher Boden lässt ihn von konkurrenzstarken Gräsern verdrängt werden
Winter
- Vollkommen winterhart
- Kein Schutz nötig
Rückschnitt
- Rückschnitt der verblühten Stängel Ende Juni oder Anfang Juli
- Aufräumen der Rosette im Frühjahr
- Ein Rückschnitt direkt nach der Blüte bringt oft eine zweite Blüte im Spätsommer
- Die Rosette bleibt dabei unversehrt stehen
Im Jahreslauf
- Austrieb
- März und April
- Blüte
- Mai bis Juli
- Rückschnitt
- März, Juni und Juli
Gut zu wissen
- Berühmt für seinen Hebelmechanismus: Beim Anflug der Hummel klappen die Staubblätter herunter und pudern ihr den Rücken
- Wichtige Kennart artenreicher Magerwiesen
- Ein guter Zeiger für kalkhaltigen, nährstoffarmen Boden
Im Garten in Wiesenfeld
Wiesensalbei wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
