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Feld 3 · Alte Heilpflanzen
Tausendgüldenkraut
Centaurium erythraea · Enziangewächse (Gentianaceae)
Ein kleines, zartes Enziangewächs mit leuchtend rosa Sternblüten. Sein Kraut gehört zu den bittersten der heimischen Flora. In der Natur steht es unter Schutz.
Erkennen
- Blatt: Grundrosette aus länglichen Blättern, Stängelblätter gegenständig und schmal. Deutlich mehrnervig.
- Blüte: Rosa Sterne mit fünf Zipfeln, die sich nur bei Sonne öffnen. Sie stehen in einer flachen Doldenrispe.
- Wuchs: Zierlich, aufrecht, im ersten Jahr nur Rosette, im zweiten Jahr Blüte.
- Geschmack: Extrem bitter durch Secoiridoide wie Swertiamarin. Der Name spielt darauf an, dass die Pflanze viel wert sei.
Verwechslung: Ähnlich sind kleine Nelkengewächse. Das Tausendgüldenkraut erkennt man an der flachen, doldenartigen Blütenanordnung und der Grundrosette.
Steckbrief
- Lebensform
- zweijährig
- Höhe
- 10 bis 40 cm
- Blütezeit
- Juni bis September
- Familie
- Enziangewächse (Gentianaceae)
Verwendung
Als Tee
- Getrocknetes Kraut traditionell als Bitteraufguss
- Sehr bitter, wird meist mit anderen Kräutern gemischt
Heilkunde Traditionell verwendet
Traditionelle Anwendung: Altes Bitterkraut bei Appetitmangel und Verdauungsträgheit.
Wissenschaftlich belegt: HMPC-Monographie für Centaurii herba als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten Magen-Darm-Beschwerden und vorübergehendem Appetitmangel.
Vorsicht: Nicht bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. In der Natur geschützt, nicht sammeln.
Teil, Sammelzeit und Zubereitungen
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Kleine Bienen und Falter besuchen die Blüten, die Bedeutung ist wegen der geringen Bestandsgröße begrenzt.
Pflege
Standort
- Sonnig bis licht halbschattig
- Offene, konkurrenzarme Stellen
- Verträgt keine dichte Nachbarschaft
Boden
- Mager, durchlässig, gerne kalkhaltig
- Lehmig-sandige, lichte Böden
- Keine nährstoffreiche Gartenerde
Wasser
- Mäßig feucht in der Keimphase
- Später trockenheitsverträglich
- Staunässe vermeiden
Düngung
- Keine Düngung
- Nährstoffreiche Böden verdrängen die Pflanze
- Magerkeit ist die beste Pflege
Winter
- Die Rosette überwintert im Boden
- Winterhart
- Kein Schutz nötig
Rückschnitt
- Kein Rückschnitt nötig
- Abgeblühte Pflanzen nach der Samenreife abräumen
- Ernte des Krautes zur Blütezeit
- Nicht sinnvoll, die Pflanze ist zweijährig
- Nach der Blüte stirbt sie ohnehin ab
- Samenreife abwarten sichert den Bestand
Im Jahreslauf
- Austrieb
- April
- Blüte
- Juni bis September
- Ernte
- Juli und August
- Rückschnitt
- September und Oktober
Gut zu wissen
- In Deutschland ist das Tausendgüldenkraut besonders geschützt, in der Natur darf es nicht gesammelt werden.
- Der Gattungsname Centaurium verweist auf den Kentauren Chiron aus der griechischen Sage, den Lehrer der Heilkunst.
- Es war 2004 Arzneipflanze des Jahres.
- Die Blüten öffnen sich nur bei Sonnenschein und schließen sich bei Bewölkung.
Im Garten in Wiesenfeld
Tausendgüldenkraut wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
