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Feld 3 · Alte Heilpflanzen
Storchenschnabel (Ruprechtskraut)
Geranium robertianum · Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Das Ruprechtskraut blüht vom Frühling bis in den Herbst hinein. Es ist ein alter Bestandteil der Volksmedizin und ein anspruchsloser Lückenfüller im Beet. Im Herbst färbt sich die ganze Pflanze leuchtend rot.
Erkennen
- Blatt: Drei- bis fünfteilig, die Abschnitte tief eingeschnitten, im Herbst oft leuchtend rot.
- Blüte: Rosa bis purpurn, etwa 1 cm, mit hellen Streifen. Immer paarweise an einem Stiel.
- Wuchs: Locker verzweigt, ausladend, oft an schattigen Mauern und Gehölzrändern.
- Frucht: Der lange, schnabelartige Fruchtstand gibt der Gattung den Namen; die Samen werden weggeschleudert.
Verwechslung: Andere Storchschnabel-Arten wie Wiesen- oder Blut-Storchschnabel sind größer und ausdauernd. Das Ruprechtskraut erkennt man am roten Stängel und am typischen Geruch.
Steckbrief
- Lebensform
- Ein- bis zweijährig
- Höhe
- 20 bis 50 cm
- Blütezeit
- Mai bis Oktober
- Familie
- Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Verwendung
Als Tee
- Wird volkstümlich als Kräutertee zubereitet
- Der Geschmack ist herb durch die Gerbstoffe
Heilkunde Nur eingeschränkt
Traditionelle Anwendung: Altes Mittel der Volksmedizin, äußerlich bei kleinen Hautreizungen.
Was die Forschung sagt: Keine Monographie von Kommission E oder HMPC, keine belastbaren klinischen Daten. Die Gerbstoffe erklären die zusammenziehende Wirkung.
Vorsicht: Nicht als Ersatz für ärztliche Behandlung. Bei Wunden, die nicht heilen, immer ärztlichen Rat einholen.
Teil, Sammelzeit und Zubereitungen
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Die kleinen Blüten werden über viele Monate von Wildbienen und Schwebfliegen besucht.
Duft
Kräftig herb bis unangenehm, daher auch der Name Stinkender Storchschnabel.
Rezepte mit Storchenschnabel (Ruprechtskraut)
Pflege
Standort
- Halbschattig bis schattig
- Gern unter Gehölzen und an Mauerfüßen
- Verträgt auch Sonne bei ausreichender Feuchte
Boden
- Frisch, humos, locker
- Nährstoffreich willkommen
- Verträgt Steinschutt und Ritzen
Wasser
- Mäßig, gleichmäßig feucht
- Bei Trockenheit zieht die Pflanze früh ein
Düngung
- Keine Düngung nötig
Winter
- Winterhart
- Überwintert oft als grüne Jungpflanze
- Kein Schutz nötig
Rückschnitt
- Nach der Hauptblüte, wenn zu viel Aussaat droht
- Sonst kein Schnitt nötig
- Ganze Pflanzen einfach ausziehen, die Wurzel ist flach
Im Jahreslauf
- Austrieb
- März und April
- Blüte
- Mai bis Oktober
- Ernte
- Juni und Juli
- Rückschnitt
- August und September
- Gießen
- Juli
Gut zu wissen
- Blüht länger als fast jede andere Pflanze im Beet
- Die Herbstfärbung ist ein eigener Höhepunkt
- Alter Name aus der Klostermedizin, benannt nach dem heiligen Ruprecht
Im Garten in Wiesenfeld
Storchenschnabel (Ruprechtskraut) wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
