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Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter
Johanniskraut
Hypericum perforatum · Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Reizt die Haut – mit Handschuhen anfassen
Das Echte Johanniskraut blüht traditionell um den Johannistag Ende Juni. Hält man ein Blatt gegen das Licht, wirkt es wie durchlöchert. Es ist eine bekannte Heilpflanze, hat aber erhebliche Wechselwirkungen mit vielen Medikamenten.
Erkennen
- Blatt: Klein, länglich-oval, gegenständig, ungestielt. Gegen das Licht zeigen sich viele durchscheinende Öldrüsen, die wie Löcher wirken.
- Blüte: Leuchtend goldgelb, fünfzählig, mit einem Büschel langer Staubblätter. Die Blütenblätter tragen am Rand schwarze Drüsenpunkte.
- Wuchs: Aufrecht, oben verzweigt, aus einem festen Wurzelstock. Bildet mit den Jahren dichte Bestände.
- Duft: Nur schwach würzig. Auffälliger als der Duft ist der rote Saft der zerriebenen Blüten, das sogenannte Johannisblut.
Verwechslung: Andere Hypericum-Arten wie Geflügeltes oder Berg-Johanniskraut sehen ähnlich aus. Sichere Merkmale des Echten Johanniskrauts sind der zweikantige Stängel und die durchscheinenden Punkte im Blatt.
Steckbrief
- Lebensform
- ausdauernde Staude
- Höhe
- 30 bis 90 cm
- Blütezeit
- Juni bis August
- Familie
- Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Verwendung
Als Tee
- Getrocknetes blühendes Kraut als Teeaufguss
- Der Tee ist deutlich schwächer als standardisierte Fertigpräparate
Heilkunde Nur eingeschränkt
Traditionelle Anwendung: Traditionell bei gedrückter Stimmung, innerer Unruhe und äußerlich als Rotöl.
Wissenschaftlich belegt: HMPC-Monographie und Kommission E positiv bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen.
Vorsicht: Starke Wechselwirkungen mit Antibabypille, Blutverdünnern, Antidepressiva, Immunsuppressiva, HIV-Medikamenten und Herzmitteln. Photosensibilisierend, intensive Sonne und Solarium meiden. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme nur nach ärztlicher Rücksprache.
Teil, Sammelzeit und Zubereitungen
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Die pollenreichen Blüten werden von Wildbienen und Schwebfliegen gern besucht.
Duft
Schwach würzig.
Pflege
Standort
- Sonnig bis licht halbschattig
- Warme, offene Lagen
- Auch Böschungen und Wegränder
Boden
- Durchlässig, eher trocken und mager
- Kalkverträglich
- Keine schweren, nassen Böden
Wasser
- Trockenheitsverträglich
- Gießen nur bei langer Dürre
- Staunässe wird nicht vertragen
Düngung
- Keine Düngung nötig
- Magerer Boden fördert Blüte und Wirkstoffgehalt
- Zu viel Stickstoff macht die Pflanze weich
Winter
- Vollständig winterhart
- Zieht im Winter oberirdisch ein
- Kein Schutz nötig
Rückschnitt
- Ernte des blühenden Krauts ab der ersten Blüte, meist Ende Juni
- Verblühtes im Spätsommer zurücknehmen
- Kompletter Rückschnitt im Spätwinter
- Ein Rückschnitt nach der Blüte auf ein Drittel wird gut vertragen
- Regt teilweise eine zweite Blüte an
Im Jahreslauf
- Austrieb
- März und April
- Blüte
- Juni bis August
- Ernte
- Juni und Juli
- Rückschnitt
- Februar und August
- Gießen
- Juli
Gut zu wissen
- Der rote Saft der Blüten wird zum bekannten Johanniskraut-Rotöl angesetzt
- Arzneipflanze des Jahres 2015
- Es rankt sich viel altes Brauchtum um die Ernte am Johannistag
Im Garten in Wiesenfeld
Johanniskraut wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
