
Feld 3 · Alte Heilpflanzen
Eibisch
Althaea officinalis · Malvengewächse (Malvaceae)
Der Echte Eibisch ist eine stattliche Staude mit samtig grauen Blättern und zarten blassrosa Blüten. Er ist eine der schleimstoffreichsten Heilpflanzen überhaupt. Vor allem die Wurzel wird genutzt.
Erkennen
- Blatt: Herz- bis eiförmig, drei- bis fünflappig, beidseitig dicht samtig behaart, dadurch graugrün und weich.
- Blüte: Fünf blassrosa bis fast weiße Kronblätter, deutlich kleiner als bei der Malve, in den Blattachseln sitzend.
- Wuchs: Aufrecht, hoch, standfest, in kräftigen Horsten. Braucht Platz im Beet.
- Wurzel: Dick, fleischig, außen bräunlich, innen weiß. Sie enthält die meisten Schleimstoffe der ganzen Pflanze.
Verwechslung: Die Wilde Malve nebenan blüht kräftig rosaviolett mit dunklen Streifen und hat kahlere, grünere Blätter. Eibisch wirkt insgesamt grau und samtig. Beide sind unbedenklich.
Steckbrief
- Lebensform
- ausdauernde Staude
- Höhe
- 100 bis 150 cm
- Blütezeit
- Juli bis September
- Familie
- Malvengewächse (Malvaceae)
Verwendung
In der Küche
- Junge Blätter und Blüten sparsam über Salat
- Ein historischer Vorläufer der Marshmallows wurde aus der Wurzel hergestellt
Als Tee
- Wurzel als Kaltauszug ansetzen, mehrere Stunden ziehen lassen
- Blätter ebenfalls kalt ansetzen
- Nach dem Abseihen nur leicht erwärmen, nicht kochen
Heilkunde Traditionell verwendet
Traditionelle Anwendung: Seit der Antike als schleimhaltige Pflanze für Hals und Magen bekannt.
Wissenschaftlich belegt: EMA-Monographie: traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Reizungen im Mund- und Rachenraum mit trockenem Reizhusten und bei leichten Magen-Darm-Beschwerden.
Vorsicht: Zeitlichen Abstand zu anderen Arzneimitteln halten, da die Schleimstoffe deren Aufnahme verzögern können. Bei anhaltendem Husten oder Atemnot ärztlich abklären lassen.
Teil, Sammelzeit und Zubereitungen
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Blüten liefern Hummeln und Wildbienen Nektar und Pollen im Hochsommer.
Duft
Sehr schwach, kaum wahrnehmbar.
Pflege
Standort
- Sonnig bis leicht halbschattig
- Windgeschützt wegen der Höhe
- Gern etwas feuchtere Beetstelle
Boden
- Tiefgründig, nährstoffreich, humos
- Gleichmäßig frisch, verträgt zeitweise Feuchte
- Ursprünglich eine Pflanze salziger, feuchter Wiesen
Wasser
- Regelmäßig gießen, besonders im Sommer
- Mag es nicht ausdauernd trocken
Düngung
- Im Frühjahr Kompost geben
- Dankbar für gute Nährstoffversorgung
Winter
- Voll winterhart
- Zieht komplett ein, treibt spät im Frühjahr wieder aus
Rückschnitt
- Im Spätherbst oder Spätwinter bodennah abschneiden
- Verblühtes im Sommer ausputzen
- Verträgt vollständigen Rückschnitt im Winter
- Treibt aus dem Wurzelstock zuverlässig
Im Jahreslauf
- Austrieb
- April und Mai
- Blüte
- Juli bis September
- Ernte
- Juli, August und Oktober
- Rückschnitt
- Februar und November
- Gießen
- Juni bis August
Gut zu wissen
- Der Name Marshmallow geht auf den Eibisch zurück – die ursprüngliche Süßigkeit wurde aus dem Wurzelschleim gemacht.
- Ursprünglich eine Pflanze feuchter, salzhaltiger Wiesen an der Küste.
- Die Wurzel wird erst ab dem zweiten oder dritten Jahr geerntet, im Herbst.
- Die samtige Blattoberfläche ist ein schöner Tastreiz bei Führungen.
Im Garten in Wiesenfeld
Eibisch wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
