
Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter
Arnika
Arnica montana · Korbblütler (Asteraceae)
Giftig – nicht ernten, nicht essen
Die Echte Arnika, auch Bergwohlverleih genannt, ist eine Pflanze magerer, saurer Bergwiesen. In freier Natur ist sie stark zurückgegangen und geschützt. Ihre Blüten werden ausschließlich äußerlich angewendet.
Erkennen
- Blatt: Grundblätter breit oval, ganzrandig, mit deutlichen Längsnerven, in einer flachen Rosette. Am Stängel sitzen nur ein bis zwei gegenständige Paare.
- Blüte: Große dottergelbe bis orangegelbe Körbchen, meist einzeln. Die Zungenblüten stehen ungleich lang und wirken zerzaust.
- Wuchs: Aus einer bodennahen Rosette steigt ein meist unverzweigter, behaarter Stängel auf. Wächst langsam und bleibt oft einzeln stehen.
- Duft: Die Blüten riechen aromatisch-würzig. Die ganze Pflanze ist deutlich behaart und fühlt sich rau an.
Verwechslung: Wird oft mit anderen gelben Korbblütlern wie Habichtskraut, Kreuzkraut oder Ringelblume verwechselt. Die gegenständigen Stängelblätter und die grundständige Rosette sind das sicherste Unterscheidungsmerkmal.
Steckbrief
- Lebensform
- ausdauernde Staude
- Höhe
- 20 bis 60 cm
- Blütezeit
- Mai bis August
- Familie
- Korbblütler (Asteraceae)
Verwendung
Heilkunde Nur äußerlich
Traditionelle Anwendung: Traditionell äußerlich bei Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen.
Wissenschaftlich belegt: HMPC-Monographie als traditionelles Arzneimittel zur äußerlichen Anwendung; Kommission E positiv für äußerliche Anwendung.
Vorsicht: Nur äußerlich und verdünnt. Innerliche Anwendung gilt als riskant und wird abgelehnt. Nicht auf offene Wunden oder Schleimhäute. Kontaktallergien möglich, bei Korbblütler-Allergie meiden. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit.
Teil, Sammelzeit und Zubereitungen
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Die großen Körbchen bieten Wildbienen, Schwebfliegen und Käfern Pollen und Nektar.
Duft
Aromatisch-würzig, vor allem in den Blüten.
Pflege
Standort
- Sonnig, luftig, kühl
- Offene Magerwiese ohne Konkurrenz
- Keine gedüngten Beete
Boden
- Sauer, kalkfrei, nährstoffarm
- Durchlässig, humos-sandig
- Kalkhaltige Böden werden gemieden
Wasser
- Frisch bis mäßig trocken
- Gießen mit kalkarmem Wasser, am besten Regenwasser
- Staunässe vermeiden
Düngung
- Auf keinen Fall düngen
- Nährstoffreiche Böden lassen sie eingehen
- Kein Kalk, kein Kompost
Winter
- Vollständig winterhart
- Die Rosette überwintert flach am Boden
- Kein Schutz nötig, aber offen halten
Rückschnitt
- Blütenernte während der Vollblüte
- Verblühtes vorsichtig entfernen
- Kein starker Rückschnitt der Rosette
- Ein starker Rückschnitt ist nicht sinnvoll
- Die Rosette muss unversehrt bleiben
Im Jahreslauf
- Austrieb
- April
- Blüte
- Mai bis August
- Ernte
- Juni und Juli
- Rückschnitt
- August
- Gießen
- Juni und Juli
Gut zu wissen
- Arnika war Blume des Jahres 1986 und Arzneipflanze des Jahres 2001
- In Deutschland ist sie besonders geschützt und darf in der Natur nicht gesammelt werden
- Ihr starker Rückgang ist eine direkte Folge der Düngung von Wiesen
Im Garten in Wiesenfeld
Arnika wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
