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Weinraute
Stimmungsbild, kein Foto aus dem Garten

Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter

Weinraute

Ruta graveolens · Rautengewächse (Rutaceae)

Giftig – nicht ernten, nicht essen

Die Weinraute ist eine der schönsten und zugleich heikelsten Pflanzen im Kräutergarten. Ihr blaugrünes, fein gegliedertes Laub ist unverkennbar, ihr Saft aber stark hautreizend. Sie wird hier vor allem als historische Kloster- und Schaupflanze gezeigt.

AnfassenNur mit Handschuhen
ErntenNein
EssenNein

Erkennen

  • Blatt: Mehrfach fiederteilig mit rundlichen, löffelförmigen Abschnitten, deutlich blaugrün bereift. Gegen das Licht sind punktförmige Öldrüsen sichtbar.
  • Blüte: Gelb bis grünlichgelb, in lockeren Doldenrispen. Die Kronblätter sind löffelartig und am Rand fein gezähnt.
  • Wuchs: Kompakter, unten verholzender Halbstrauch. Bleibt ohne Schnitt locker und wird mit den Jahren sperrig.
  • Duft: Streng, herb und für viele unangenehm. Der Geruch bleibt lange an Händen und Kleidung haften.

Verwechslung: Wegen der blaugrünen Farbe und der Blattform kaum zu verwechseln. Der Name führt manchmal zu Verwirrung mit der Eberraute, die aber ein Korbblütler mit ganz anderem Laub ist.

Steckbrief

Lebensform
Halbstrauch
Höhe
40 bis 60 cm
Blütezeit
Juni bis September
Familie
Rautengewächse (Rutaceae)
Wichtig: Nicht essen und beim Schneiden Handschuhe tragen: Der Saft macht die Haut lichtempfindlich, sodass es ein bis vier Tage später an der Sonne zu schmerzhaften Rötungen und Blasen kommt – größere Mengen innerlich können schwer vergiften, in der Schwangerschaft ist sie tabu.

Verwendung

Heilkunde Nicht innerlich verwenden

Traditionelle Anwendung: Historisch vielfältig genutzt, heute in der Selbstanwendung nicht mehr vertretbar.

Was die Forschung sagt: Keine anerkannte Monographie; innere Anwendung wird wegen Furocumarinen und Alkaloiden abgelehnt.

Vorsicht: Hautreizend und phototoxisch. In der Schwangerschaft strikt meiden. Keine innerliche Anwendung.

Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.

Für Insekten

Die Blüten werden von Wildbienen und Schwebfliegen besucht. Die Weinraute ist zudem Raupenfutterpflanze des Schwalbenschwanzes.

Duft

Streng, herb, aufdringlich.

Pflege

Standort

  • Volle Sonne
  • Warm und trocken
  • Gern an einer Mauer oder im Steinbeet

Boden

  • Durchlässig, kalkhaltig
  • Mager bis mäßig nährstoffreich
  • Auf keinen Fall schwer und nass

Wasser

  • Sehr trockenheitsverträglich
  • Nur bei extremer Dürre gießen
  • Nässe führt schnell zum Ausfall

Düngung

  • Praktisch keine Düngung nötig
  • Kalk statt Stickstoff
  • Magerer Boden fördert den kompakten Wuchs

Winter

  • Meist winterhart, in rauen Lagen etwas empfindlich
  • Reisigabdeckung in kalten Wintern
  • Wichtiger als Frostschutz ist ein trockener Standort

Rückschnitt

  • Rückschnitt im Frühjahr, März bis April
  • Nur mit Handschuhen und langärmelig arbeiten
  • Am besten an bedecktem Tag oder abends schneiden
  • Um etwa ein Drittel bis die Hälfte einkürzen
  • Nicht tief ins alte Holz gehen
  • Verjüngung besser über junge Pflanzen

Im Jahreslauf

Austrieb
April
Blüte
Juni bis September
Rückschnitt
März und April
Gießen
Juli

Gut zu wissen

  • Die Weinraute steht als Symbolpflanze in vielen historischen Klostergärten
  • Sie ist eine wichtige Futterpflanze für Schwalbenschwanz-Raupen
  • In alten Kräuterbüchern galt sie als Schutz gegen Ansteckung

Im Garten in Wiesenfeld

Weinraute wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.

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