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Feld 3 · Alte Heilpflanzen
Seifenkraut
Saponaria officinalis · Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Das Seifenkraut war die Waschpflanze der alten Haushalte. Zerreibt man Blätter oder Wurzel mit Wasser, entsteht ein feiner Schaum. Abends duften die blassrosa Blüten und locken Nachtfalter an.
Erkennen
- Blatt: Gegenständig, eiförmig-lanzettlich, mit drei kräftigen Längsnerven. Beim Zerreiben mit Wasser schäumt es.
- Blüte: Fünf blassrosa Blütenblätter, oft leicht eingekerbt, aus einer langen Kelchröhre. Sie öffnet sich abends stärker.
- Wuchs: Aufrecht bis überhängend, in dichten Beständen. Kippt bei Nährstoffreichtum leicht um.
- Wurzel: Kräftige, weit kriechende Ausläufer. Sie enthalten am meisten Saponine und sorgen für die starke Ausbreitung.
Verwechslung: Ähnlich sehen Lichtnelken und Pechnelken aus. Der Schaumtest mit zerriebenen Blättern und etwas Wasser klärt es zuverlässig.
Steckbrief
- Lebensform
- ausdauernde Staude
- Höhe
- 30 bis 80 cm
- Blütezeit
- Juni bis September
- Familie
- Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Verwendung
Heilkunde Nicht innerlich verwenden
Traditionelle Anwendung: Historisch Wasch- und Reinigungspflanze. Alte Verwendung der Wurzel als Hustenmittel gilt heute als überholt.
Was die Forschung sagt: Keine tragfähige Monographie für eine sichere Anwendung. Saponine wirken stark lokal reizend.
Vorsicht: Enthält reizende Saponine, schwach giftig. Nicht innerlich anwenden, kein Tee. Von Kindern fernhalten.
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Wichtige Nachtfalterpflanze, besonders für Schwärmer. Die lange Kelchröhre passt zu langen Rüsseln.
Duft
Süßlich und nelkenartig, vor allem am Abend.
Pflege
Standort
- Sonnig bis halbschattig
- Anspruchslos, auch an Böschungen
- Braucht Platz, weil sie wandert
Boden
- Durchlässig, anspruchslos
- Verträgt magere und steinige Böden
- Auch auf Schotter zufrieden
Wasser
- Sehr genügsam
- Nur in extremer Trockenheit gießen
- Staunässe meiden
Düngung
- Keine Düngung
- Bei zu viel Nährstoff wird sie noch wüchsiger und kippt um
- Magerkeit hält sie kompakt
Winter
- Voll winterhart
- Zieht im Winter ein
- Kein Schutz nötig
Rückschnitt
- Nach der ersten Blüte um die Hälfte einkürzen
- Rückschnitt bodennah im Spätherbst oder Frühjahr
- Ausläufer laufend mit dem Spaten abstechen
- Verträgt einen radikalen Rückschnitt problemlos
- Nach dem Sommerschnitt oft eine zweite Blüte
- Wurzelausläufer regelmäßig begrenzen
Im Jahreslauf
- Austrieb
- April
- Blüte
- Juni bis September
- Rückschnitt
- Juli und November
- Gießen
- Juli
Gut zu wissen
- Bis ins 19. Jahrhundert war Seifenkraut das übliche Waschmittel für Wolle und Seide.
- Museen und Restaurierungswerkstätten nutzen Seifenkrautauszüge bis heute für empfindliche historische Textilien.
- Volksnamen sind Waschkraut, Hüpfende Wette und Speichelkraut.
- Der Duft erscheint erst gegen Abend, dann kommen die Nachtfalter.
Im Garten in Wiesenfeld
Seifenkraut wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
