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Feld 3 · Alte Heilpflanzen
Schöllkraut
Chelidonium majus · Mohngewächse (Papaveraceae)
Giftig – nicht ernten, nicht essen
Schöllkraut ist eine alte Klosterpflanze und wächst gern an Mauern und Wegrändern. Bricht man einen Stängel, tritt oranger Milchsaft aus. Die Pflanze ist giftig und wird hier nur gezeigt, nicht verwendet.
Erkennen
- Blatt: Weich, graugrün, unterseits heller, buchtig gelappt mit gerundeten Abschnitten. Beim Zerreiben unangenehm riechend.
- Blüte: Vier leuchtend gelbe Kronblätter, viele Staubblätter, zu zweit bis sechst in lockeren Dolden. Blüht sehr lange.
- Wuchs: Locker verzweigt, brüchige Stängel, oft an Mauerfüßen, unter Hecken und an halbschattigen Wegrändern.
- Milchsaft: Orangegelb, tritt sofort an jeder Verletzung aus. Er färbt Haut und Kleidung und reizt Haut und Schleimhäute.
Verwechslung: Vor der Blüte kann das Laub an Erdrauch oder junge Gehölzblätter erinnern. Der orange Milchsaft ist das sichere Merkmal – keine andere heimische Pflanze am Standort hat ihn.
Steckbrief
- Lebensform
- ausdauernde krautige Pflanze
- Höhe
- 30 bis 70 cm
- Blütezeit
- Mai bis Oktober
- Familie
- Mohngewächse (Papaveraceae)
Verwendung
Heilkunde Nicht innerlich verwenden
Traditionelle Anwendung: Historisch als Warzenmittel und Gallenmittel bekannt.
Was die Forschung sagt: Keine EU-Monographie. Die EMA rät wegen Lebertoxizität von der Einnahme ab.
Vorsicht: Giftig. Milchsaft reizt Haut und Schleimhäute. Innerliche Anwendung kann die Leber schädigen. Im Kräutergarten ausschließlich als Schaupflanze.
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Die lange Blütezeit liefert Pollen für Bienen und Schwebfliegen. Die Samen mit ihrem Ölkörperchen sind bei Ameisen begehrt.
Duft
Beim Zerreiben streng und unangenehm.
Pflege
Standort
- Halbschatten bis Schatten
- Mauerfuß, Hecke, Gehölzrand
- Verträgt Wurzeldruck von Bäumen
Boden
- Nährstoffreich und humos
- Locker, gern etwas kalkhaltig
- Keine Staunässe
Wasser
- Kommt ohne Gießen aus
- Nur in langer Trockenheit wässern
Düngung
- Keine Düngung nötig
- Laubdecke reicht völlig
Winter
- Vollkommen winterhart
- Zieht im Winter ein und treibt früh wieder aus
Rückschnitt
- Nach der Blüte Samenstände abschneiden
- Im Spätherbst absterbende Teile abräumen
- Verträgt starken Rückschnitt problemlos
- Treibt aus der Wurzel wieder aus
Im Jahreslauf
- Austrieb
- März und April
- Blüte
- Mai bis Oktober
- Rückschnitt
- Juli, August und Oktober
Gut zu wissen
- Der Name kommt vom griechischen chelidon, die Schwalbe – die Pflanze blüht, wenn die Schwalben kommen.
- Ameisen verschleppen die Samen: An jedem Samen sitzt ein fettreiches Anhängsel als Belohnung.
- Trotz der gelben Blüten gehört Schöllkraut zu den Mohngewächsen – der Milchsaft verrät die Verwandtschaft.
- Eine typische Begleitpflanze alter Mauern, Höfe und Klostergärten.
Im Garten in Wiesenfeld
Schöllkraut wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
