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Fingerhut
Stimmungsbild, kein Foto aus dem Garten

Feld 3 · Alte Heilpflanzen

Fingerhut

Digitalis purpurea · Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Stark giftig – nicht ernten, nicht essen

Der Rote Fingerhut ist eine der schönsten und zugleich gefährlichsten Pflanzen dieses Beetes. Alle Teile sind stark giftig. Er steht hier als botanisches Zeugnis der Arzneipflanzengeschichte, nicht zur Anwendung.

AnfassenDanach Hände waschen
ErntenNein
EssenNiemals

Erkennen

  • Blatt: Länglich-eiförmig, gekerbt, deutlich netzartig runzelig, unterseits grau und weich behaart.
  • Blüte: Fingerhutförmige Glocken von 4 bis 5 cm, alle zur selben Seite hängend, innen hell mit dunkelroten Flecken.
  • Wuchs: Im ersten Jahr flache Rosette, im zweiten Jahr eine hohe, meist unverzweigte Blütenkerze.
  • Vorkommen: Heimisch auf sauren, humosen Waldböden und an Schlagfluren, im Burgwald ein häufiger Anblick.

Verwechslung: Vor der Blüte ähneln die Blätter denen von Beinwell und Königskerze. Diese Verwechslung ist gefährlich und hat schon zu schweren Vergiftungen geführt. Im Zweifel Finger weg.

Steckbrief

Lebensform
Zweijährig
Höhe
50 bis 150 cm
Blütezeit
Juni bis Juli
Familie
Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Wichtig: Lebensgefährlich: schon zwei bis drei Blätter können das Herz zum Stolpern bringen und tödlich wirken – nie etwas davon in den Mund nehmen und nach dem Schneiden die Hände waschen. Die Blätter werden immer wieder mit Beinwell oder Borretsch verwechselt, deshalb beim Ernten von Beinwell besonders genau hinschauen.

Verwendung

Heilkunde Nicht innerlich verwenden

Traditionelle Anwendung: Historisch für die Arzneimittelentwicklung bedeutsam, jedoch niemals zur Selbstanwendung geeignet.

Wissenschaftlich belegt: Herzwirksame Glykoside sind verschreibungspflichtig und werden ärztlich überwacht dosiert. Die Pflanze selbst ist stark giftig.

Vorsicht: Stark giftig. Keine Anwendung, keine Ernte, kein Tee. Schon geringe Mengen können lebensgefährlich sein.

Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.

Für Insekten

Wichtige Hummelblume. Die tiefen Glocken sind auf langrüsselige Hummeln zugeschnitten.

Duft

Ohne auffälligen Duft.

Pflege

Standort

  • Halbschattig bis licht schattig
  • Waldrandartige Lage
  • Verträgt keine pralle Mittagssonne bei Trockenheit

Boden

  • Humos, frisch, eher sauer
  • Kein Kalk nötig
  • Locker und durchlässig

Wasser

  • Gleichmäßig feucht halten
  • In Trockenphasen wässern
  • Keine Staunässe

Düngung

  • Nicht düngen
  • Laubkompost als Auflage reicht

Winter

  • Winterhart
  • Die Rosette überwintert grün
  • Kein Schutz nötig

Rückschnitt

  • Nach der Blüte, wenn keine Aussaat gewünscht ist
  • Sonst Samenstände bis zum Ausfallen stehen lassen
  • Ganzen Stängel bodennah abschneiden

Im Jahreslauf

Austrieb
März und April
Blüte
Juni und Juli
Rückschnitt
Juli und August
Gießen
Juni bis August

Gut zu wissen

  • Aus dem Fingerhut wurden herzwirksame Arzneistoffe gewonnen, die die Medizin verändert haben
  • Der englische Arzt William Withering beschrieb die Wirkung 1785 wissenschaftlich
  • Als heimische Waldpflanze gehört er zur Flora des Burgwalds

Im Garten in Wiesenfeld

Fingerhut wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.

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