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Faulbaum
Stimmungsbild, kein Foto aus dem Garten

Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter

Faulbaum

Frangula alnus Mill. · Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)

Giftig – nicht ernten, nicht essen

Der Faulbaum ist ein unauffälliger heimischer Strauch mit großer ökologischer Wirkung. Seine Blüten öffnen sich über Wochen hinweg nacheinander und versorgen Insekten den ganzen Sommer. Alle Pflanzenteile sind giftig, die Rinde ist ein altes Abführmittel.

AnfassenJa
ErntenNein
EssenNein

Erkennen

  • Blatt: Wechselständig, verkehrt-eiförmig, ganzrandig, glänzend grün, mit deutlich gerade verlaufenden Seitennerven. Im Herbst leuchtend gelb.
  • Blüte: Unscheinbar klein, fünfzählig, grünlich-weiß, in kleinen Büscheln in den Blattachseln. Die Blühzeit zieht sich über Wochen hin.
  • Wuchs: Locker aufrechter Strauch, oft mehrstämmig, dornenlos. Wächst gern feucht und verträgt Halbschatten.
  • Duft: Blüten schwach honigartig. Die frische Rinde riecht beim Ritzen unangenehm – daher der Name.

Verwechslung: Verwechselbar mit dem Echten Kreuzdorn (Rhamnus cathartica): der hat gegenständige Blätter mit gesägtem Rand und dornige Kurztriebe. Junge Faulbaum-Blätter ähneln außerdem denen der Erle, doch die Erle trägt Zäpfchen.

Steckbrief

Lebensform
Sommergrüner Strauch oder kleiner Baum
Höhe
2 bis 5 m, selten bis 7 m
Blütezeit
Mai – Juni
Familie
Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Wichtig: Beeren und frische Rinde nicht in den Mund nehmen – sie lösen heftige Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall aus; schon ab etwa fünf Beeren sollte man den Giftnotruf anrufen. Als Abführtee darf nur mindestens ein Jahr gelagerte Rinde verwendet werden, frische ist deutlich schärfer.

Verwendung

Heilkunde Nicht innerlich verwenden

Traditionelle Anwendung: Getrocknete, gelagerte Rinde als Abführmittel.

Was die Forschung sagt: Frangulae cortex ist arzneilich anerkannt, aber nur als geprüftes Fertigarzneimittel. Für den Kräutergarten ist die Pflanze eine Schau- und Insektenpflanze, keine Heilpflanze zum Selbermachen.

Vorsicht: Alle Teile giftig. Frische Rinde stark abführend und stark reizend. Früchte für Menschen giftig.

Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.

Für Insekten

Wichtige Dauertrachtpflanze: Blüht über viele Wochen und versorgt Bienen, Wildbienen und Schwebfliegen auch dann, wenn sonst wenig blüht.

Duft

Kein nennenswerter Duft.

Pflege

Standort

  • Sonnig bis halbschattig
  • Verträgt lichten Gehölzrand gut
  • Auch an feuchten, staunassen Stellen zu Hause

Boden

  • Frisch bis feucht
  • Mäßig nährstoffreich
  • Saure bis neutrale Böden werden bevorzugt

Wasser

  • Mag es dauerhaft frisch
  • In langen Trockenphasen wässern
  • Junge Sträucher in den ersten Jahren regelmäßig gießen

Düngung

  • Braucht keine Düngung
  • Eine Mulchschicht aus Laub reicht völlig

Winter

  • Vollkommen winterhart
  • Kein Schutz nötig

Rückschnitt

  • Nur im Winter, zwischen November und Februar
  • Nicht zwischen 1. März und 30. September – gesetzliche Schonzeit für Gehölze
  • Verträgt starken Rückschnitt und treibt aus dem Stock wieder aus
  • Auslichten alter Stämmchen alle paar Jahre genügt

Im Jahreslauf

Austrieb
April und Mai
Blüte
Mai bis Juli
Rückschnitt
Januar, Februar, November und Dezember
Gießen
Juni bis August

Gut zu wissen

  • Wichtigste Raupenfutterpflanze des Zitronenfalters
  • Früchte reifen ungleichmäßig – grün, rot und schwarz zugleich am Zweig
  • Vögel fressen die Früchte, für Menschen sind sie giftig
  • Das Holz lieferte früher besonders feine Holzkohle

Im Garten in Wiesenfeld

Faulbaum wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.

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