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Eberraute
Stimmungsbild, kein Foto aus dem Garten

Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter

Eberraute

Artemisia abrotanum · Korbblütler (Asteraceae)

Die Eberraute ist ein alter Klostergartenbewohner mit fein zerteiltem, graugrünem Laub. Bekannt ist vor allem die Sorte Colakraut, deren Blätter beim Reiben nach Cola duften. Sie blüht in unseren Breiten oft nur spärlich.

AnfassenJa
ErntenJa
EssenMit Einschränkung

Erkennen

  • Blatt: Sehr fein gefiedert bis fast fadenförmig, graugrün, wechselständig. Das Laub wirkt aus der Ferne wie ein feiner Schleier.
  • Blüte: Kleine, nickende gelbliche Körbchen in lockeren Rispen. Unauffällig, und in kühlen Sommern bleibt die Blüte oft ganz aus.
  • Wuchs: Aufrechter, unten verholzender Halbstrauch. Ohne Schnitt wird er sperrig und fällt auseinander.
  • Duft: Sehr charakteristisch: zitronig-würzig, bei der Sorte Colakraut deutlich nach Cola. Der Duft hängt lange an den Fingern.

Verwechslung: Ähnelt anderen Artemisia-Arten wie Wermut und Beifuß. Wermut ist stärker silbrig und deutlich bitterer, Beifuß hat breitere Blattzipfel und unterseits weiße Blätter.

Steckbrief

Lebensform
Halbstrauch
Höhe
80 bis 130 cm
Blütezeit
Juli bis Oktober
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Wichtig: Ein Blättchen zum Würzen von fettem Braten ist in Ordnung; als Tee nur gelegentlich und nicht über Wochen, weil das ätherische Öl Thujon enthalten kann – in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei kleinen Kindern besser ganz weglassen.

Verwendung

In der Küche

  • Sehr sparsam zu fettem Fleisch, Gans oder Ente
  • Wenige Blättchen genügen, das Aroma ist bitter-intensiv
  • Colakraut aromatisiert Sirup und Limonade

Als Tee

  • Blätter für aromatische Teemischungen
  • Nur in kleinen Mengen und nicht dauerhaft

Heilkunde Nur eingeschränkt

Traditionelle Anwendung: Traditionell als Bittermittel für Appetit und Verdauung.

Was die Forschung sagt: Keine anerkannte Monographie, keine belastbaren Wirksamkeitsbelege.

Vorsicht: Thujonhaltig, daher nur sparsam und zeitlich begrenzt. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht bei Kindern.

Teil, Sammelzeit und Zubereitungen

Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.

Für Insekten

Die Blüten sind unscheinbar und für Insekten wenig bedeutsam. Der dichte Strauch bietet aber Unterschlupf.

Duft

Zitronig-würzig bis colaartig, sehr prägnant.

Pflege

Standort

  • Volle Sonne
  • Warm und geschützt
  • Luftig, damit das Laub schnell abtrocknet

Boden

  • Durchlässig, eher mager
  • Sandig-lehmig oder steinig
  • Keine schweren, nassen Böden

Wasser

  • Sehr trockenheitsverträglich
  • Nur bei anhaltender Dürre gießen
  • Staunässe ist der häufigste Grund für Ausfälle

Düngung

  • Kaum Dünger nötig
  • Eine kleine Kompostgabe im Frühjahr genügt
  • Zu viel Nährstoff macht die Triebe weich und frostanfällig

Winter

  • In Mittelhessen meist winterhart
  • In rauen Lagen mit Reisig abdecken
  • Nasser Winterboden schadet mehr als Frost

Rückschnitt

  • Kräftiger Rückschnitt im Frühjahr, März bis April
  • Leichter Formschnitt im Sommer nach der Ernte
  • Im Herbst nicht mehr stark schneiden
  • Im Frühjahr auf etwa eine Handbreit über dem Boden zurücknehmen
  • Die Eberraute treibt aus dem alten Holz zuverlässiger aus als Salbei
  • Sicherheitshalber ein paar junge Augen stehen lassen

Im Jahreslauf

Austrieb
April
Blüte
Juli bis Oktober
Ernte
Juni bis September
Rückschnitt
März, April und Juli
Gießen
Juli und August

Gut zu wissen

  • Früher wurde die Eberraute in Wäschetruhen gegen Motten gelegt
  • Die Sorte Colakraut ist bei Kindern ein Publikumsliebling
  • Sie gehört zu den klassischen Pflanzen mittelalterlicher Klostergärten

Im Garten in Wiesenfeld

Eberraute wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.

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