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Beifuß
Stimmungsbild, kein Foto aus dem Garten

Feld 3 · Alte Heilpflanzen

Beifuß

Artemisia vulgaris · Korbblütler (Asteraceae)

Beifuß ist die klassische Gewürzpflanze zur Gans und eine der ältesten Ritualpflanzen Mitteleuropas. Er wächst überall dort, wo der Boden gestört ist. Im Beet braucht er eine feste Grenze.

AnfassenJa
ErntenJa
EssenMit Einschränkung

Erkennen

  • Blatt: Fiederteilig, oberseits kahl und dunkelgrün, unterseits dicht weißfilzig. Das ist das wichtigste Merkmal.
  • Blüte: Winzige gelblich-graue Köpfchen in langen, schmalen Rispen. Windbestäubt und daher unscheinbar.
  • Wuchs: Kräftig aufrecht, oft rötliche Stängel, bildet dichte Bestände.
  • Wurzel: Kräftiges, kriechendes Rhizom, das für die Ausbreitung sorgt.

Verwechslung: Wermut ist beidseitig silbrig und riecht deutlich bitterer, seine Blattzipfel sind stumpf. Diese Unterscheidung über die Blattunterseite ist die sicherste.

Steckbrief

Lebensform
Ausdauernde Staude
Höhe
60 bis 150 cm
Blütezeit
Juli bis September
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Wichtig: Als Gewürz zu fettem Braten unbedenklich, aber nicht literweise als Tee: das enthaltene Thujon kann bei Dauergebrauch schaden, in Schwangerschaft und Stillzeit besser ganz weglassen.

Verwendung

In der Küche

  • Klassisches Gewürz zu fettem Braten, Gans und Ente
  • Nur kleine Mengen, das Aroma ist kräftig und bitter
  • Vor dem Aufblühen geerntete Triebspitzen sind am besten

Als Tee

  • Wird volkstümlich als Bittertee getrunken
  • Wegen der Bewertung der Kommission E zurückhaltend verwenden

Heilkunde Nur eingeschränkt

Traditionelle Anwendung: Volksmedizinisch bei Appetitlosigkeit und Magenbeschwerden verwendet.

Was die Forschung sagt: Negativ-Monographie der Kommission E von 1988, keine HMPC-Monographie. Eine arzneiliche Anwendung wird nicht empfohlen.

Vorsicht: Nicht in der Schwangerschaft. Starkes Pollenallergen mit Kreuzreaktionen. Keine arzneiliche Selbstbehandlung.

Teil, Sammelzeit und Zubereitungen

Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.

Für Insekten

Windbestäubt, für Bestäuber unbedeutend. Er ist aber Raupenfutterpflanze mehrerer Nachtfalter.

Duft

Würzig-aromatisch, weniger bitter als Wermut.

Pflege

Standort

  • Sonnig
  • Warm, gern an Rändern und Zäunen
  • Verträgt raue Lagen

Boden

  • Anspruchslos
  • Nährstoffreich und stickstoffhaltig ist ihm recht
  • Verträgt auch trockene Böden

Wasser

  • Kaum Wasserbedarf
  • Nur bei extremer Dürre gießen

Düngung

  • Nicht düngen
  • Er wächst ohnehin kräftig genug

Winter

  • Voll winterhart
  • Zieht im Winter ein
  • Kein Schutz nötig

Rückschnitt

  • Nach der Ernte im Sommer
  • Bodennaher Rückschnitt im Spätwinter
  • Verträgt einen radikalen Rückschnitt problemlos
  • Blühtriebe vor dem Aufblühen kappen

Im Jahreslauf

Austrieb
März und April
Blüte
Juli bis September
Ernte
Juni und Juli
Rückschnitt
Februar und Juli

Gut zu wissen

  • Eine der ältesten Ritual- und Räucherpflanzen Europas
  • Der Beifußpollen zählt zu den wichtigsten Auslösern des Spätsommerheuschnupfens
  • Wurde früher zur Haltbarmachung von Bier verwendet, vor dem Hopfen

Im Garten in Wiesenfeld

Beifuß wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.

Auf dem Lageplan zeigen

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