kräutergarten.app App öffnen

Start › Pflanzen › Angelika (Engelwurz)

Angelika (Engelwurz)
Stimmungsbild, kein Foto aus dem Garten

Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter

Angelika (Engelwurz)

Angelica archangelica · Doldenblütler (Apiaceae)

Reizt die Haut – mit Handschuhen anfassen

Die Angelika ist die Riesin unter den Kräutern und wird über zwei Meter hoch. Ihre kugeligen Dolden und der hohle, kräftige Stängel machen sie unverwechselbar im Beet. Sie blüht meist erst im zweiten oder dritten Jahr und stirbt danach ab.

AnfassenNur mit Handschuhen
ErntenJa
EssenMit Einschränkung

Erkennen

  • Blatt: Sehr groß, zwei- bis dreifach gefiedert, hellgrün. Die Blattstiele enden in auffällig aufgeblasenen Scheiden, die den Stängel umfassen.
  • Blüte: Grünlich-weiße kleine Einzelblüten in großen halbkugeligen Doppeldolden. Ein Magnet für Schwebfliegen und Käfer.
  • Wuchs: Im ersten Jahr nur eine Blattrosette, danach ein mächtiger Blütenstängel. Nach der Samenreife stirbt die Pflanze ab.
  • Duft: Kräftig aromatisch, harzig-würzig. Vor allem die Wurzel duftet intensiv.

Verwechslung: Sehr wichtig: In feuchten Lagen kann Angelika mit dem tödlich giftigen Wasserschierling (Cicuta virosa) und mit Gefleckter Schierling verwechselt werden. Auch der Riesen-Bärenklau ist ein gefährlicher Doppelgänger. Im Zweifel nichts sammeln und nichts verwenden.

Steckbrief

Lebensform
zwei- bis mehrjährig, stirbt nach der Blüte ab
Höhe
150 bis 250 cm
Blütezeit
Juni bis August
Familie
Doldenblütler (Apiaceae)
Wichtig: Als Tee oder Likörgewürz in üblicher Menge unbedenklich, aber beim Schneiden Handschuhe tragen: der frische Saft macht die Haut lichtempfindlich, und mit Sonne darauf entstehen Rötungen und Blasen wie bei einer Verbrennung. In der Schwangerschaft besser nicht anwenden.

Verwendung

In der Küche

  • Kandierte Stängel als traditionelle Süßware
  • Samen und Wurzel geben Likören wie Chartreuse ihr Aroma
  • Junge Stängel gelegentlich als Gemüse gekocht

Als Tee

  • Wurzeltee wird traditionell als Bittermittel getrunken
  • Deutlich bitter-würziger Geschmack

Heilkunde Nur eingeschränkt

Traditionelle Anwendung: Traditionell als Bittermittel bei Appetitlosigkeit und Völlegefühl.

Was die Forschung sagt: Kommission E positiv bei Appetitlosigkeit und leichten Magen-Darm-Krämpfen; keine HMPC-Monographie mit belegter Wirksamkeit.

Vorsicht: Phototoxisch durch Furocumarine, daher während der Anwendung intensive Sonne und Solarium meiden. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei Verwechslungsgefahr mit Schierling keine Sammlung aus der Natur.

Teil, Sammelzeit und Zubereitungen

Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.

Für Insekten

Die großen Dolden sind eine hervorragende Nahrungsquelle für Schwebfliegen, Wildbienen und Käfer.

Duft

Intensiv würzig-harzig, besonders in der Wurzel.

Pflege

Standort

  • Halbschattig bis sonnig
  • Geschützt vor starkem Wind, die hohen Stängel brechen sonst
  • Gern in der Nähe von feuchten Beetteilen

Boden

  • Tiefgründig, nährstoffreich, humos
  • Gleichmäßig feucht, gern lehmig
  • Trockene Sandböden sind ungeeignet

Wasser

  • Braucht viel Wasser
  • In Trockenphasen regelmäßig und durchdringend gießen
  • Mulch hält die Feuchtigkeit

Düngung

  • Kompost im Frühjahr
  • Verträgt reichliche Nährstoffe
  • Bei Nährstoffmangel bleibt sie klein

Winter

  • Winterhart in Mittelhessen
  • Die Rosette überwintert ohne Schutz
  • Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab

Rückschnitt

  • Blütendolden abschneiden, wenn keine Selbstaussaat gewünscht ist
  • Abgestorbene Pflanzen im Herbst oder Spätwinter entfernen
  • Beim Schneiden Handschuhe tragen
  • Ein früher Rückschnitt des Blütenstandes kann die Lebensdauer verlängern
  • Abgeblühte Pflanzen komplett entfernen

Im Jahreslauf

Austrieb
März und April
Blüte
Juni bis August
Ernte
September und Oktober
Rückschnitt
August und Oktober
Gießen
Mai bis August

Gut zu wissen

  • Der Name verweist auf eine Legende, nach der ein Engel die Pflanze als Heilmittel zeigte
  • In Nordeuropa und Island wurde Angelika über Jahrhunderte als Gemüse angebaut
  • Arzneipflanze des Jahres 2010

Im Garten in Wiesenfeld

Angelika (Engelwurz) wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 2 · Heilpflanzen und Teekräuter). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.

Auf dem Lageplan zeigen

← AnemoneApfelminze →