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Weber-Karde
Stimmungsbild, kein Foto aus dem Garten

Feld 3 · Alte Heilpflanzen

Weber-Karde

Dipsacus sativus · Geißblattgewächse (Caprifoliaceae), Kardengewächse

Die Weber-Karde ist die alte Kulturform der Wilden Karde. Ihre stacheligen Blütenköpfe wurden jahrhundertelang zum Aufrauen von Wolltuch verwendet. Sie ist eine Handwerkspflanze mit eigener Geschichte.

AnfassenJa
ErntenJa
EssenMit Einschränkung

Erkennen

  • Blatt: Lang, schmal, am Mittelnerv bestachelt. Je zwei gegenständige Blätter verwachsen am Stängel zu einer kleinen Schale.
  • Blüte: Hell violett, in einem schmalen Ring, der von der Mitte des Kopfes aus nach oben und unten wandert.
  • Wuchs: Im ersten Jahr flache Blattrosette, im zweiten Jahr ein hoher, verzweigter Blütenstängel. Danach stirbt die Pflanze.
  • Spreublätter: Steif, spitz, an der Spitze hakig zurückgekrümmt. Genau dieser Haken machte sie für die Tuchmacher wertvoll.

Verwechslung: Die Wilde Karde hat gerade, nicht zurückgekrümmte Spreublätter – daran unterscheidet man sie sicher. Nur die hakigen Spreublätter der Weber-Karde taugen zum Tuchrauen.

Steckbrief

Lebensform
zweijährig
Höhe
120 bis 200 cm
Blütezeit
Juli bis August
Familie
Geißblattgewächse (Caprifoliaceae), Kardengewächse
Wichtig: Die Karde ist keine Küchenpflanze; ihre Wurzel wird zwar volkstümlich als Tinktur verwendet, ist aber toxikologisch nie untersucht worden – also nichts davon einnehmen, und wegen der harten Stacheln beim Schneiden Handschuhe tragen.

Verwendung

Heilkunde Nicht innerlich verwenden

Traditionelle Anwendung: Volksheilkundliche Verwendung der Wurzel als Tinktur, in jüngerer Zeit vor allem bei Borreliose propagiert.

Was die Forschung sagt: Keine Monographie von EMA, Kommission E oder ESCOP. Für die Anwendung bei Borreliose fehlen klinische Wirksamkeitsnachweise; die medizinischen Leitlinien sehen keine Rolle für Kardenpräparate.

Vorsicht: Kein anerkannter Wirksamkeitsnachweis, insbesondere nicht bei Borreliose. Eine Borreliose muss ärztlich behandelt werden; ein Verzicht auf die ärztliche Therapie kann schwere Folgen haben. Im Kräutergarten als Handwerks- und Kulturpflanze.

Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.

Für Insekten

Sehr wertvoll. Hummeln und Schmetterlinge nutzen den Nektar, Distelfinken holen sich im Winter die Samen aus den trockenen Köpfen.

Duft

Kaum wahrnehmbar.

Pflege

Standort

  • Volle Sonne
  • Freier Platz, an dem sie ungestört hoch werden kann
  • Windfest von allein

Boden

  • Tiefgründig, nährstoffreich, lehmig
  • Verträgt Trockenheit im zweiten Jahr gut
  • Keine Staunässe

Wasser

  • Im ersten Jahr die Rosette gleichmäßig feucht halten
  • Später sehr genügsam

Düngung

  • Etwas Kompost bei der Pflanzung
  • Keine weitere Düngung nötig

Winter

  • Die Rosette überwintert im Freien
  • Voll winterhart

Rückschnitt

  • Köpfe im Spätsommer für Handwerk oder Trockensträuße ernten
  • Reste im Spätwinter abschneiden
  • Ein Rückschnitt im zweiten Jahr beendet die Pflanze – sie blüht nur einmal
  • Nichts schneiden, solange die Rosette wächst

Im Jahreslauf

Austrieb
März und April
Blüte
Juli und August
Ernte
August und September
Rückschnitt
Februar
Gießen
Juni und Juli

Gut zu wissen

  • Die Blätter bilden am Stängel kleine Schalen, in denen sich Regenwasser sammelt – daher der Gattungsname Dipsacus von griechisch dipsa, der Durst.
  • Bis ins 20. Jahrhundert wurden die Köpfe in Tuchfabriken in Walzen eingespannt, um Stoff aufzurauen. Kein Metallwerkzeug erreichte lange dieselbe Qualität.
  • Der Blütenring wandert im Lauf der Blütezeit als schmales Band über den Kopf.
  • Im Winter sind die trockenen Köpfe eine beliebte Futterstelle für Distelfinken.

Im Garten in Wiesenfeld

Weber-Karde wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.

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