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Mariendistel
Stimmungsbild, kein Foto aus dem Garten

Feld 3 · Alte Heilpflanzen

Mariendistel

Silybum marianum · Korbblütler (Asteraceae)

Die Mariendistel fällt sofort auf: Ihre großen Blätter sind weiß marmoriert, als hätte jemand Milch darüber gegossen. Sie ist eine der wenigen Heilpflanzen mit gut untersuchtem Wirkstoff.

AnfassenJa
ErntenJa
EssenMit Einschränkung

Erkennen

  • Blatt: Groß, buchtig gelappt, glänzend grün mit weißen Adern. Der Rand trägt kräftige gelbliche Dornen.
  • Blüte: Dickes kugeliges Körbchen mit purpurroten Röhrenblüten. Die Hüllblätter enden in langen, harten Dornen.
  • Wuchs: Erstes Jahr nur Rosette, zweites Jahr hoher Blütenstängel. Braucht Platz und Standraum.
  • Frucht: Glänzend schwarzbraune Früchte mit weißem Haarschopf. Sie sind der arzneilich genutzte Teil.

Verwechslung: Andere Disteln haben keine weiße Blattzeichnung. Die Marmorierung macht die Mariendistel unverwechselbar.

Steckbrief

Lebensform
ein- bis zweijährig
Höhe
60 bis 150 cm
Blütezeit
Juni bis September
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Wichtig: Die Samen werden als Leberkraut genutzt und gelten als gut verträglich; in Schwangerschaft und Stillzeit besser nicht einnehmen, und beim Ernten wegen der Stacheln Handschuhe tragen.

Verwendung

In der Küche

  • Junge, entdornte Blätter wurden früher wie Gemüse gekocht
  • Heute ohne praktische Bedeutung

Als Tee

  • Zerstoßene Früchte traditionell als Aufguss

Heilkunde Traditionell verwendet

Traditionelle Anwendung: Traditionell bei Völlegefühl, Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung der Leber.

Wissenschaftlich belegt: EU-Monographie des HMPC von 2018. Standardisierte Trockenextrakte gelten als well-established use, die Teezubereitung als traditionelle Anwendung.

Vorsicht: Nicht bei Korbblütlerallergie. Leberbeschwerden immer ärztlich abklären lassen, keine Selbstbehandlung.

Teil, Sammelzeit und Zubereitungen

Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.

Für Insekten

Sehr gute Hummel- und Bienenweide, die dicken Körbchen sind stark frequentiert. Auch Distelfinken nutzen die Samen.

Pflege

Standort

  • Voll sonnig
  • Warm und offen, mit reichlich Platz
  • Nicht an Wegen, wo Kinder anstoßen können

Boden

  • Durchlässig, mäßig nährstoffreich
  • Kalkhaltig wird gerne angenommen
  • Keine Staunässe

Wasser

  • Trockenheitsverträglich
  • Im Jugendstadium gelegentlich gießen
  • Später kaum Bedarf

Düngung

  • Wenig
  • Etwas Kompost im Frühjahr genügt
  • Zu viel Stickstoff macht die Stängel weich

Winter

  • Die Rosette überwintert meist gut
  • In sehr rauen Lagen mit Reisig abdecken
  • Nach der Samenreife stirbt die Pflanze ab

Rückschnitt

  • Blütenstände vor der Samenreife abschneiden, wenn man Ausbreitung vermeiden will
  • Ernte der Früchte, wenn der Haarschopf sich zeigt
  • Abgestorbene Pflanzen im Herbst abräumen
  • Nicht sinnvoll, die Pflanze ist kurzlebig
  • Nach der Samenreife stirbt sie ohnehin
  • Ein bis zwei Körbchen für die Aussaat stehen lassen

Im Jahreslauf

Austrieb
April
Blüte
Juni bis September
Ernte
August und September
Rückschnitt
August bis Oktober
Gießen
Juni und Juli

Gut zu wissen

  • Der Legende nach entstanden die weißen Blattadern durch Milchtropfen der Maria, daher der Name.
  • Sie war 2021 Arzneipflanze des Jahres.
  • Silymarin gehört zu den am besten untersuchten pflanzlichen Wirkstoffen überhaupt.
  • Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum und ist bei uns wärmeliebend.

Im Garten in Wiesenfeld

Mariendistel wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.

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