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Feld 3 · Alte Heilpflanzen
Färberdistel
Carthamus tinctorius · Korbblütler (Asteraceae)
Die Färberdistel, auch Saflor genannt, ist eine der ältesten Färberpflanzen der Welt. Ihre leuchtend orangegelben Blüten liefern Farbstoff, die Samen ein Speiseöl. Sie ist einjährig und wird jedes Jahr neu ausgesät.
Erkennen
- Blatt: Ledrig, länglich, den Stängel umfassend, am Rand fein bedornt. Die Dornen sind spürbar, aber nicht gefährlich.
- Blüte: Körbchen aus vielen schmalen Röhrenblüten, erst gelb, später orange bis rötlich. Sie werden zum Färben gepflückt.
- Wuchs: Straff aufrecht, oben verzweigt, gute Standfestigkeit. Braucht keine Stütze.
- Samen: Glänzend weiße, glatte Samen. Aus ihnen wird Distelöl gepresst, das reich an Linolsäure ist.
Verwechslung: Wird gern mit Safran verwechselt und wurde früher als Falscher Safran verkauft. Echter Safran besteht aus den Narben des Krokus und riecht ganz anders.
Steckbrief
- Lebensform
- einjährig
- Höhe
- 50 bis 100 cm
- Blütezeit
- Juli bis August
- Familie
- Korbblütler (Asteraceae)
Verwendung
In der Küche
- Aus den Samen wird Distelöl gepresst
- Die Blütenblätter färben Reis und Gebäck goldgelb
- Als Safranersatz nur zum Färben, nicht für das Safranaroma
Heilkunde Nicht innerlich verwenden
Traditionelle Anwendung: In Europa nicht als Heilpflanze etabliert, Verwendung vor allem als Färbe- und Ölpflanze.
Was die Forschung sagt: Keine Monographie von HMPC, ESCOP oder Kommission E.
Vorsicht: Keine heilkundliche Anwendung. Bei Korbblütlerallergie Kontakt meiden.
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Sehr gute Bienen- und Hummelweide im Hochsommer, auch Schmetterlinge fliegen sie an.
Pflege
Standort
- Voll sonnig und warm
- Windoffen, verträgt Hitze gut
- Braucht eine lange, warme Saison
Boden
- Durchlässig, eher leicht
- Mäßig nährstoffreich
- Auf keinen Fall nass, die Wurzeln faulen leicht
Wasser
- Sehr trockenheitsverträglich durch tiefe Pfahlwurzel
- Nur in der Keim- und Jugendphase gießen
- Später kaum Bedarf
Düngung
- Sehr sparsam
- Etwas Kompost bei der Aussaat genügt
- Zu viel Stickstoff macht sie anfällig
Winter
- Einjährig, stirbt nach der Samenreife ab
- Nicht winterhart
- Jedes Jahr im April neu aussäen
Rückschnitt
- Kein Rückschnitt
- Blüten zur Farbgewinnung bei voller Färbung pflücken
- Abgeernteter Bestand im Herbst abräumen
- Nicht sinnvoll bei einer einjährigen Pflanze
- Wer Samen ernten will, lässt einige Körbchen ausreifen
- Alles Übrige kann auf den Kompost
Im Jahreslauf
- Austrieb
- April und Mai
- Blüte
- Juli und August
- Ernte
- Juli bis September
- Rückschnitt
- Oktober
- Gießen
- Juni
Gut zu wissen
- Färberdistelblüten wurden in ägyptischen Gräbern gefunden, sie zählen zu den ältesten belegten Färbepflanzen.
- Sie liefert zwei Farbstoffe: das wasserlösliche gelbe Carthamin-Vorprodukt und den roten Farbstoff Carthamin.
- Als Falscher Safran wurde sie jahrhundertelang zur Verfälschung von echtem Safran genutzt.
- Distelöl aus ihren Samen ist bis heute ein gängiges Speiseöl.
Im Garten in Wiesenfeld
Färberdistel wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
