
Feld 3 · Alte Heilpflanzen
Alant
Inula helenium · Korbblütler (Asteraceae)
Reizt die Haut – mit Handschuhen anfassen
Der Echte Alant ist eine der stattlichsten Pflanzen im Kräutergarten. Er wird über zwei Meter hoch und trägt große, sonnenblumenartige Blütenköpfe. Als Heilpflanze gilt er heute als überholt.
Erkennen
- Blatt: Grundblätter sehr groß, elliptisch, gestielt, oberseits rau, unterseits grau filzig. Stängelblätter sitzen halb umfassend.
- Blüte: Körbe von sechs bis acht Zentimetern Durchmesser, gelbe Zungenblüten schmal und leicht zerzaust wirkend.
- Wuchs: Sehr hoch und breit, braucht viel Platz. Kräftiger Horst, standfest ohne Stütze.
- Wurzel: Dicker, verzweigter Wurzelstock mit kräftigem, würzigem Geruch. Enthält Inulin und ätherisches Öl.
Verwechslung: Andere Alant-Arten wie der Weidenblättrige Alant bleiben deutlich kleiner. Sonnenblume und Topinambur haben andere Blattformen. Der Echte Alant ist durch seine Größe unverwechselbar.
Steckbrief
- Lebensform
- ausdauernde Staude
- Höhe
- 120 bis 200 cm
- Blütezeit
- Juli bis September
- Familie
- Korbblütler (Asteraceae)
Verwendung
Heilkunde Nicht innerlich verwenden
Traditionelle Anwendung: Klostergartenpflanze, Wurzel traditionell bei Husten und Verdauungsbeschwerden.
Was die Forschung sagt: Keine EU-Monographie. Kommission E bewertet Alantwurzel negativ: Wirksamkeit nicht ausreichend belegt, relevantes Allergierisiko.
Vorsicht: Sesquiterpenlactone können Kontaktallergien auslösen. Bei Korbblütlerallergie meiden. Im Kräutergarten als historische Schaupflanze, nicht zur Anwendung.
Die Angaben dienen der Information des Gartenteams. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten bitte ärztlich abklären. Verwende nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmt hast.
Für Insekten
Die großen Blütenkörbe werden gut von Hummeln, Wildbienen und Schwebfliegen besucht.
Duft
Die Wurzel riecht kräftig würzig, etwas veilchenartig-erdig.
Pflege
Standort
- Sonnig bis halbschattig
- Hintergrund des Beetes wegen der Höhe
- Braucht viel Raum, mindestens einen Meter
Boden
- Tiefgründig, nährstoffreich, humos
- Gleichmäßig frisch
- Keine dauerhafte Trockenheit
Wasser
- Regelmäßig gießen in heißen Wochen
- Der große Blattapparat verdunstet viel
Düngung
- Im Frühjahr Kompost
- Starkzehrer, dankbar für gute Versorgung
Winter
- Voll winterhart
- Zieht ein und treibt im Frühjahr kräftig aus
Rückschnitt
- Im Spätherbst oder Spätwinter bodennah abschneiden
- Verblühtes im Spätsommer entfernen
- Verträgt kompletten Rückschnitt
- Treibt aus dem Wurzelstock sicher wieder aus
Im Jahreslauf
- Austrieb
- April
- Blüte
- Juli bis September
- Rückschnitt
- Februar und November
- Gießen
- Juni bis August
Gut zu wissen
- Der Artname helenium verweist der Sage nach auf Helena von Troja.
- Eine klassische Pflanze mittelalterlicher Klostergärten – Karl der Große ließ sie anbauen.
- Die Wurzel enthält viel Inulin, einen Speicherstoff, den auch Topinambur und Zichorie bilden.
- Mit über zwei Metern Höhe die größte Staude in diesem Beet.
Im Garten in Wiesenfeld
Alant wächst im Kräutergarten an der Johanniterkirche (Feld 3 · Alte Heilpflanzen). In der App siehst du auf dem Lageplan, wo genau – auch ohne Netz im Garten.
